Endlich, endlich… bin ich mal wieder gut durch einen Marathonlauf gekommen. Das wurde ja auch mal Zeit, nachdem nun die letzten Versuche eher “suboptimal” verliefen, was entweder an den hohen Temperaturen – genauer gesagt: Hitze – oder am Besuch vom bösen Hammermann lag.
In Oldenburg war es aber dieses Mal ganz anders. Die Wettervorhersage versprach Top Läuferwetter: 13 Grad, sonnig, kaum Wind. Was will man mehr? Ein bisschen kühl beim Start, aber nach einigen Kilometern ist man warmgelaufen.
Es waren viele Läufer am Start; gemeinsam mit den 10km- und Halbmarathonläufern sollten die Marathonläufer (darunter auch ich) auf die Strecke geschickt werden. Kurz vorm Startschuss sah ich meinen Trainer. Er motivierte mich noch einmal und dann begann ich mein Rennen.
Die Stimmung war gut, die Strecke (noch) einigermaßen voll. Ich hatte eine Zeitvorgabe und begann die ersten 5 Kilometer ruhig, wollte austesten, wie meine Form heute war. Es fühlte sich gut an. Also entschloss ich, etwas zu beschleunigen. Die Vorgabe von 5:25 Minuten pro Kilometer unterbot ich nach und nach.
Die Strecke war zum größten Teil asphaltiert, es gab kaum Steigungen, einige Zuschauer und viele Streckenposten. Es sollten 2 Runden gelaufen werden, was bedeutet… richtig, die Halbmarathonläufer verließen uns nach Runde 1. Im Start-Ziel Bereich angekommen wurde ich dann also auf die 2. Runde geschickt, während die “Halben” in die Zielgerade bogen.
Und dann wurde es ruhig auf der Strecke, sehr ruhig, nahezu unheimlich! Irgendwo weiter vorn sah ich einen anderen Marathonläufer und wusste, dass ich hier wohl richtig bin. Es hat schon was, wenn man ganz allein auf einer 4-spurigen Straße läuft und die Zuschauer, Helfer und Streckenposten einen anfeuern. Manchmal kam es mir aber auch so vor, wie in einer verlassenen Stadt und ich musste an Filme wie “28 Days Later” denken – daran, dass jetzt gleich Zombies um die Ecke kommen würden… und mir applaudieren, haha!
Bis Kilometer 30 konnte ich mein Tempo halten, dann wurde es schwieriger, denn die Oberschenkel brannten. War ja nicht anders zu erwarten und laut Trainer auch in meiner Zeitvorgabe berücksichtigt, also alles okay. Der Hammermann zeigte sich auch nicht, keine Magenprobleme, Atmen ging auch noch gut. Und so spulte ich einfach Kilometer für Kilometer ab.
Irgendwann – ich weiß gar nicht mehr so genau, was ich von KM 30 bis 40 so gedacht hatte, wahrscheinlich wenig – war ich bei Kilometer 41. Jetzt kann es ja nicht mehr so weit sein
Am Streckenrand sah ich meinen Trainer. Er sagte, ich könnte es noch unter 3:50h schaffen. Ich sah ganz verwundert auf meine Uhr. Bis dahin hatte ich mir nur die Pace (km/min) anzeigen lassen, mehr nicht. Ich blätterte auf meiner Uhr zur Gesamtzeitanzeige, da stand tatsächlich was von 3:44h! Mein Trainer hatte Recht. Er spornte mich an, nochmal “Gas zu geben”, also tat ich das, irgendwie. Mein Trainer lief neben mir her und motivierte mich weiter. Ich sah das Ziel und gab nochmal alles!
Bei 3:50:06 lief ich über die Ziellinie, nicht ganz unter 3:50h, aber hey – egal! Ich habe meine alte Bestzeit über 9 Minuten verbessert. Alles cool! Ich bin glücklich, der Trainer ist glücklich, alle sind glücklich. Ein schöner Lauf auf einer schnellen Strecke bei perfektem Wetter, was kann es Besseres geben!? Und im Nachhinein fällt mir auf, dass ich Bestzeiten meist mit meinen pinken Socken aufstelle – ist das ein Zeichen?
Gedanken (von links nach rechts):
1. (leer)
2. “Gleich da!”
3. “Meine Fr***e, ich hab’s geschafft… aua, Beine, auaaaa!”


Von der ersten Trainingswoche bleiben mir hauptsächlich die vielen Fliegenschwärme in Erinnerung, durch die ich das eine oder andere Mal unfreiwillig gelaufen bin. Kleine, winzige Fliegen, mindestens 1000 an der Zahl, die sich einfach als Klumpen auf den Laufstrecken verteilt haben. Und ich laufe mitten durch. Nun gut, Eiweißaufnahme soll ja nicht schaden, aber Fliegen…? Nein, danke! Leider kann ich bei den aktuellen Trainingsanforderungen nicht mehr einfach nur durch die Nase atmen, geschweige denn die Augen schließen. Und so hoffe ich, dass dieser Fliegenterror nur von kurzer Dauer war, vielleicht dem schwülwarmen Wetter geschuldet – wer weiß!