Was der Körper nicht kennt…

… wird er auch nicht beim Marathon Wettkampf abrufen können. Das ist ein Spruch, den mein Trainer oft bringt und deshalb war heute – seiner Meinung nach – auch die wichtigste Trainingseinheit in der Vorbereitung: ein etwa 34 Kilometer langer, gesteigerter Dauerlauf! Der Körper soll sich also an diese Belastung über eine lange Strecke gewöhnen und sich „erinnern“, wenn man im Wettkampf dann das Tempo anzieht.

Die ganze Woche habe ich schon über diesen Lauf nachgedacht; mich gefragt, wie wohl die Zeitvorgaben sein werden und ob diese für mich zu schaffen sind. Gestern kamen dann die Zeitfähnchen per Email und ich hatte Bedenken: beginnend mit einer Geschwindigkeit von 5:26 Minuten pro Kilometer sollte ich mich kontinuierlich auf 5:03 Minuten steigern. Vor einem Jahr hätte ich meinem Trainer einen Vogel gezeigt; Zeiten unter 6:00 Minuten waren für mich zu dieser Zeit unvorstellbar – zumindest über so ein Distanz. Naja, Zeiten ändern sich…

In aller Früh trafen wir uns also, um die 7 Runden in Angriff zu nehmen. Wir wurden in kleinere Gruppen eingeteilt, so dass eigentlich keiner allein laufen musste. Und dann ging es auch schon los. Die ersten zwei Runden fühlten sich für mich erstaunlich locker an, das Tempo war in Ordnung. Und auch Runde drei und vier machten mir Mut. Ab und an ließ ich dann meinen Laufkollegen ziehen und konzentrierte mich ganz auf meine Zeitvorgabe. Ich wollte sie einhalten und nicht unterbieten.

Die letzten drei Runden wurden dann schon anstrengend, vor allem, weil ich ja schon 20 Kilometer in den Beinen hatte. Nach Runde sechs sah ich, wie einige aufgaben – auch aus meiner Gruppe. Also musste ich mich durch die letzte Runde alleine quälen. Ja, und „quälen“ ist an dieser Stelle das richtige Wort. Aber aufgeben wollte ich nicht!

Ich hab es geschafft, war nur 5 Sekunden über der Zeitvorgabe und bekam ein „Klasse“ von meinem Trainer zugerufen. Insgesamt bin ich die 33,6 Kilometer in 2:56:50 Stunden gelaufen, also mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 5:15 Minuten pro Kilometer. Perfekt! Ich bin froh, dass es für mich heute so gut lief; die Zeiten lassen auf eine gute Bestzeit beim Marathon hoffen.

Nun mache ich wohl einen Mittagsschlaf, denn dieser wurde ausdrücklich vom Trainer empfohlen und dem Trainer sollte man nicht widersprechen😉 Nacht!

8 thoughts on “Was der Körper nicht kennt…

  1. Whow, das riecht ja wirklich nach Marathon-Bestzeit: alle Achtung und meinen Respekt vor diesem Training! – Ich bin schon froh, wenn ich dieses Jahr die Strecke überhaupt wieder schaffe – auch ohne Zeitziel…😉

  2. Diese Distanz in unter 3 Stunden😮 , Riesenrespekt! Ich versuchte am Samstag eine ähnliche Übung, bekam aber die letzte Tempoverschärfung nicht hin.
    Mit dieser tollen Vorbereitung wird das mit der neuen Bestzeit sicher klappen!

  3. Danke.

    Ich denke auch, dass (wenn nichts Unerwartetes auf der Strecke passiert, z.B. Krämpfe, Hammermann, Sturz etc.) ich auf jeden Fall eine neue Bestzeit schaffen werde.

    Wie genau die aussehen wird, ist mir egal, denn ich weiß ja bereits jetzt, dass ich mich im Gegensatz zum letzten Jahr wahnsinnig gesteigert habe und viel schneller geworden bin. Das ist für mich Bestätigung genug und letztlich geht es mir auch mehr um das Training an sich (über das gesamte Jahr verteilt) als um einen einzigen Wettkampf.

    Es macht im Moment einfach viel, viel Spaß🙂 und das ist ja die Hauptsache…

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