Wenigstens nicht aufgegeben!

hammermann

Da war er also nun, der große Tag, der Wettkampf, auf den ich 3 Monate intensiv hin trainiert habe. Und was ist passiert: der Hammermann hat mir einen Besuch abgestattet, na toll!

Eigentlich waren die Voraussetzungen für den Lauf super: ich war (und bin immer noch) gut trainiert, habe alle Zeiten im Training geschafft, war nicht krank (nicht mal das Halskratzen einen Tag vorm Wettkampf wollte sich zeigen) und auch die Oberschenkelschmerzen der letzten Woche waren seit einigen Tagen weg. Die Zeitvorgaben des Trainers waren also durchaus realistisch; ich habe daran geglaubt, dass ich das schaffen kann…

Die ersten Kilometer lief auch alles nach Plan: ich war genau in den Zeitvorgaben und hatte das Gefühl, dass ich – wenn es so weiter ginge – auch noch am Ende einen Zahn hätte zulegen können. Bei der Hälfte hatte ich eine Zeit von 1:49h, im Plan stand 1:49h. Bei Kilometer 25 zeigte die Uhr 2:09h, genau wie auch das Zeitfähnchen.

Und dann ging es los: kontinuierlich verlor ich an Tempo. Es gab viel Gegenwind auf der Parkallee. Bis dahin bin ich mit zwei weiteren Läufern zusammen gewesen und plötzlich trafen wir auf die Halbmarathonläufer, die gerade erst gestartet waren. Und wir waren mitten im Hauptfeld der Halbmarathonis. Also füllte sich die Strecke innerhalb weniger Sekunden und ich verlor meine Mitläufer und kam ganz aus dem Rhythmus, da ich nun auch noch aufpassen musste, dass mir keiner in die Hacken rannte.

Mir ging die Puste aus, ich wusste nicht, warum oder was ich falsch gemacht hatte. Ich habe ordentlich getrunken, gegessen, keine Schmerzen, keine Magenkrämpfe oder Ähnliches. Es ging einfach nicht mehr. Und obwohl ich mich noch einige Meter quälte und mir stets sagte, dass ich bloß nicht gehen dürfte, ging ich. Ich wäre sonst sicher umgefallen. Naja, und wenn man mal am Gehen ist, dann nehmen die Dinge ihren Lauf: die Beine schmerzten und ich bekam Seitenstechen.

Fast hatte ich schon ans Aufgeben gedacht, aber eben nur fast! Ich hielt durch und konnte nach einiger Zeit auch wieder laufen – viel langsamer als vorher natürlich. 14 Kilometer lagen noch vor mir und irgendwie hab ich es geschafft. Bei 4:04h lief ich über die Ziellinie, eigentlich gar nicht so eine schlechte Zeit, aber eben nicht die Wunschzeit.

Natürlich bin ich schon etwas enttäuscht, gerade, weil ich so lange und hart dafür trainiert habe. Andererseits bin ich doch stolz, dass ich die Distanz komplett gelaufen bin. Es war eben nicht mein Tag, so ist das leider im Leben. Aber mein Trainer und ich, wir sind immer noch davon überzeugt, dass ich die 3:39h unter guten Bedingungen locker schaffen kann. Beim nächsten Mal eben…

18 thoughts on “Wenigstens nicht aufgegeben!

  1. Da hat der Hammermann dir aber sehr früh einen Besuch abgestattet. Ganz mies. Da muss man deine Leistung, dennoch bis zum Ende hin durchzuhalten, umso höher einschätzen. Das nächste Mal schließt du die Tür ab und lässt keine anderen Männer rein, dann klappt das auch mit der Zielzeit😉

  2. Ohje, wie musst Du gelitten haben! Deine Enttäuschung ist zwischen den Zeilen immer noch mehr als deutlich. Und natürlich bist zu völlig zu recht frustriert. Da hilft auch nicht, dass du den Marathon in einer immer noch tollen Zeit gefinisht hast – Deine persönlichen Ziele waren andere; und die hast Du nicht erreicht.

    Diesmal nicht. Und genau das hast Du ja auch schon richtig gesagt: nach dem Marathon ist vor dem Marathon! Und wir beide wissen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Zielzeit weit unter 4 Stunden liegen wird.

    Erhol Dich gut und sei dennoch stolz auf Dich: hey, Du bist eine FINISHERIN. Das zählt. Und sonst nix. Es sei denn, man versucht, auf’s Treppchen zu kommen😉

    Gute Regeneration und einen ebenso guten Start in die Woche!

  3. Herzlichen Glückwunsch zum Finish! Du hast diese verdammt lange Strecke geschafft.

    Irgendwie kommt mir das alles sehr gbekannt vor😉 .
    Plötzlich ist die Strecke voll, man verliert den Rhythmus, die Zielzeit rückt in weite Ferne. Kurz darauf steht noch dieser finstere Geselle.
    Dann zählt der Kampf. Und du hast gekämpft! Riesenrespekt für deinen Kampfeswillen!

    Beim nächsten Mal packst du es!
    lG
    Ralph

  4. Auch wenn es nicht die Wunschzeit war, so war es doch eine großartige Leistung, Respekt! Du hast nicht aufgegeben und etwas geschafft was sehr viele Leute, mich eingeschlossen, nicht schaffen würden. Dazu kann ich nur ganz herzlich gratulieren.🙂

  5. Hallo, mein liebes Kämpferherz!
    Auch ein stolzes Mutterherz sagt: Respekt und große Anerkennung vor Deiner Leistung und ich soll Dir auch ganz liebe und stolze Grüße von Papa übermitteln.
    Das Du enttäuscht bist, daß kann wohl jeder Läufer verstehen. Warst Du doch gestern früh noch so zuversichtlich.
    Aber Du warst wohl zur falschen Zeit am falschen Ort.
    Genau, an der Stelle, an der sich „Mister Hammerman“ aufgestellt hat, um uns Läufer zu ärgern, bist Du vorbeigekommen und hast die ganze Wucht seiner Schlagkraft abbekommen😦
    Und das Du Dich dann noch 14 – VIERZEHN – endlos lange Kilometer durchgekämpft hast…. Hochachtung!
    Also: Kopf ganz stolz nach oben und den Blick nach vorne.
    Küssi
    P.S.: Ich hätte Dich nicht NICHT überholt !!!!
    Ich wäre mit Dir Hand in Hand, voller Stolz und Freude über die Ziellinie gelaufen🙂

  6. Du hast gefinished!🙂
    Das muss erst einmal reichen. Ich finde die Zeit toll – die würde ICH nicht erreichen. Nicht beim ersten und auch nicht beim zweiten oder dritten Marathon.

    Klasse, dass du nicht aufgegeben hast. Und der nächste Marathon kommt bestimmt, dann kannst du es schneller machen.🙂

    LG Sabine

  7. – Für einen Großteil der Läufer ist deine Zeit ein Traum!
    – Du hast trotz großer Probleme weitergekämpft!
    – Du bist unter den Finishern!
    – Einmal gehts besser, dann wieder schlechter!
    Soll ich noch ein paar Argumente hinschreiben um zu verdeutlichen, dass der Mensch keine Maschine ist und du eine großartige Leistung vollbracht hast?! Herz was willst du mehr?
    Daher, Gratulation von meiner Seite – Reinhard

  8. Oh Mann der Hammer der😦 er kam sah … und siegt aber nicht, denn du bist durchgelaufen und für mich ist es immer noch eine Fabelzeit die du erlaufen hast. Auch steigen die meisten aus, wenn sie erst einmal angefangen sind zu gehen – Du nicht!!!! Das sollte dir Mut machen auf die Worte deines Trainers zu hören. Beim nächsten Mal wirst du es schaffen🙂 ganz sicher. Wann ist der Nächste😉 ?

  9. Hallo Jacqui,

    ich bin nicht in der Lage, Dir Ratschläge zu geben…denn Deine Zeiten, die Du nach dem „Hammermann“ gelaufen bist, sind schneller, als alles was ich laufen kann….ich finde es toll, dass Du bis zum Ende durchgehalten hast! Und darauf darfst Du stolz sein!

    Ein viel weiserer Mann als ich hat mal gesagt:
    „Alles gegeben zu haben, und trotzdem nicht den gewünschten Erfolg zu haben – das ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist das Leben.“

    Liebe Grüsse,
    Wolfgang

  10. 14km in Begleitung von dem Hammermann sind echt hart. Da ist es schon klar das es für dich erst mal enttäuschend ist. Das du dich da durchgekämpft hast verdient schon einigen Respekt. Dadurch wirst du mental auch in weiteren Läufen profitieren können.
    Und was du selbst schon geschrieben hast, deine 3:39 läufst du dann eben beim nächsten mal.

  11. Ich danke euch allen für die lieben, motivierenden Kommentare. Ihr habt ja so Recht!

    Ich bin stolz, dass ich den Marathon durch gelaufen bin. Vor einem Jahr wäre ich mit einer Zeit von 4:04h super glücklich gewesen. Dieses Mal habe ich das Zeitziel nicht erreicht, dafür aber das Ziel, und das ist umso wichtiger.

    Während des Laufens am Sonntag war ich einfach nur sehr enttäuscht, denn die Vorbereitung auf diesen Tag war sooo lang und teils auch anstrengend, warum konnte das also nicht einfach mein Tag sein am Sonntag?

    Egal. Jetzt heißt es, das Erlebte wegzustecken, sich nicht hängen lassen und nach vorn blicken🙂 Irgendwo und irgendwann (in naher Zukunft) wartet sicher der nächste Marathon auf mich und dem werde ich es dann zeigen!

    P.S.: Ein Willkommen an alle, die sich hier zum ersten Mal „verirrt“ haben🙂

  12. Jetzt erst habe ich deinen Bericht gelesen und muss sagen, dass ich ebenso wie du,nicht damit gerechnet hätte. Das war wirklich ein massiverr Einbruch gewesen den du da erlebt hast. Leider kenne ich das auch von mir.
    Zeiten bis km 25 ok und dann ging´s bergab (Frankfurt Marathon 2009 )
    Es ist leider eine Erfahrung die viele mit dir teilen können, aber auf der anderen Seite: Wäre Marathon einfach würde ihn ja jeder laufen!
    Abhaken und stolz darauf sein, dass du erstens durchgebissen hast und zweitens- hey, du bist eine „mehrfache“ Marathonläuferin und das hat doch was, oder?😉

    • Nun habe ich die Erfahrung auch gemacht und weiß, was passieren kann. Beim nächsten Mal kann ich da vielleicht schon eher reagieren, so dass es gar nicht erst zu einem Einbruch kommt.

      Abgehakt!

      Grüße,
      Jacqui (zweifache Marathonfinisherin🙂 !!!)

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