Hamburg Marathon oder Aller guten Dinge sind Drei

Es war heiß, es war anstrengend – aber dennoch fantastisch! Das Gefühl, einen Marathon bewältigt zu haben, ist einfach unbeschreiblich schön und zaubert für Tage ein stolzes Grinsen in mein Gesicht.

Nach nur 5 Stunden Schlaf (weil Junggesellinnen-Abschied am Samstag – für mich ohne Alkohol), hieß es am Sonntag Morgen: auf nach Hamburg! Alle, schon in Gedanken ausgemalte und befürchtete, Unannehmlichkeiten traten nicht ein: der Wecker klingelte pünktlich, ich schlief nicht wieder ein, das Frühstück schmeckte, kein Halskratzen, das Fahrrad beförderte mich zuverlässig zum Bahnhof, der Zug kam pünktlich (!), die Startunterlagenausgabe verlief reibungslos. Zusammen mit meinem Lauffreund Marcel warteten wir nun auf den Start, die Sonne brannte, die Frisur hielt. Trotzdem entschied ich, mit Mütze zu laufen, war es doch bereits um 8 Uhr ziemlich warm und wolkenlos. Schnell füllte sich das „Runners Village“ mit tausenden Gleichgesinnten, jeder vollzog sein persönliches Vorbereitungsritual.

Im Startblock angekommen hieß es nun für uns: warten und locker bleiben. Ich schwitzte… Dann das Startgebimmel (oder war es doch ein Schuß – ich hab’s vergessen). Die Top-Läufer sprinteten sicher los, ich hab’s ja nicht gesehen. Irgendwann war unser Startblock dran und es war einfach nur geil. So viele Menschen am Rand, die uns anfeuerten und auch die Läufer selbst jubelten bei diesem Anblick. Gänsehaut!

Ich wollte langsam anfangen, bloß nicht zu Beginn schon alle Kräfte verschwenden. Leichter gesagt als getan: die Masse schien mich zu überrollen, aber ich blieb konsequent und versuchte, konstant und ruhig zu laufen. An jeder Wasserstation nahm ich mindestens einen Becher zu mir und tränkte meinen Schwamm, um mich anschließen damit zu erfrischen (gut, dass ich keinen weißen Sport-BH trug, Miss Wet-T-Shirt wäre sicher neidisch gewesen!).

Und so lief ich dann vor mich hin, genoß die wunderschöne, mit versteckten Anstiegen geschmückte, Strecke und das Drumherum. Die Zuschauer waren fantastisch, mehrere Male wurde ich von mir unbekannten Menschen namentlich angefeuert (mein Vorname stand ja auf meiner Startnummer), meine Eltern standen an mehreren Positionen, mit Plakat und Tröte bewaffnet, um uns zu unterstützen. Super!

Und dann wurde es ernst. Ab Kilometer 25 war die Hitze fast unerträglich, die Beine schmerzten. Besuch vom Hammermann? Nein, keine Panik. Das waren die normalen Erschöpfungserscheinungen – jedenfalls für mich. Ein blaues Elektrolytgetränk schien zu helfen, ich drosselte das Tempo ein wenig und suchte mir in Gedanken immer die nächste Wasserstation als Etappenziel. Die Kilometermarken schwebten an mir vorbei, km 30, km 31, meine Eltern, …, km 35, noch 2 Wasserstationen, …

Und so erreichte ich irgendwann die 40er Marke. Jetzt wollte ich einfach nur noch ankommen, egal wie. Es war anstrengend, die Oberschenkel brannten, die letzte Steigung, jubelnde Zuschauer, meine Eltern, das Zieltor in Sichtweite. Nur noch ein paar hundert Meter (die ganz schön lang sein können) und dann war es geschafft. Den dritten Marathon in meinem Leben beendete ich nach 4:01h. Keine Bestzeit, aber wen interessiert’s! Ich bin durchgelaufen – 42,195 Kilometer.

Der Hamburg Marathon ist wirklich was ganz Besonderes – Prädikat: super empfehlenswert. Ich denke, wir sehen uns sicher wieder😉

12 thoughts on “Hamburg Marathon oder Aller guten Dinge sind Drei

  1. Gratulation zum Finish und zum Durchlaufen. N3 hat im TV übertragen und man bekam gleich wieder richtig Lust, obwohl das wohl wirklich eine heftige Hitzeschlacht war. Es traten ja auch richtig viele gar nicht erst an.

  2. Noch mal alles Gute! (Meine Glückwunsch- und Bewunderungssms ist glaub ich nicht angekommen)
    Ich bin echt begeistert, wie gut du nach dem vorherigen Tag gelaufen bist🙂
    Dazu muss man hier vielleicht auch noch mal erwähnen, dass Jacqui zwar keinen Alkohol trank, aber trotzdem mit uns fast 7km durch die Bremer Innenstadt gelaufen ist! Und dank der Braut auch in recht flottem Tempo…
    Ich hatte übrigens einen richtig schönen Kater…🙂

  3. Auch von mir herzlichen Glückwunsch. An diesem Wochenende waren alle Finisher Sieger. Ich habe es im Fernsehen gesehen, zumindest die Spitzenläufer, die gezeigt wurde und da sind ja auch einige ausgestiegen. Ich wünsche Dir eine gute Erholung und Hamburg ist wirklich einer mit der schönsten Marathons.

    LG Kay

  4. Herzlichen Glückwunsch, wenn auch etwas verspätet aber ich bin eben erst auf deinen Blog aufmerksam geworden.

    Das Wetter war schon ziemlich knackig, umso höher ist die Zeit einzuschätzen. Zum Start gab es übrigens beides, das „Anglasen“ (Gebimmel), weil es so Tradition ist in Hamburg und den Schuß, weil in Hamburg dieses Jahr die Deutschen Marathonmeisterschaften waren (da ist schießen Pflicht).

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